Volksleiden Rückenschmerzen

Daten und Fakten

Rückenschmerzen sind in Deutschland ein weit verbreitetes Problem. Laut einer Pressemitteilung der AOK aus dem Jahr 2021 leidet fast ein Drittel der Bevölkerung unter Rückenschmerzen. Die Produktionsausfallkosten aufgrund von Fehltagen durch Rückenschmerzen beliefen sich im Jahr 2022 auf 12,4 Milliarden Euro. 

Durch diese Erkrankungen entstehen nicht nur finanzielle Verluste, sondern auch die Lebensqualität der Betroffenen wird erheblich beeinträchtigt. Ein Indikator hierfür ist der sogenannte DALY (Disability-Adjusted Life Year). Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) belegen Schmerzen im unteren Rücken mit 1.735 DALY den zweiten Platz unter allen bekannten Erkrankungen.

Bei vielen Patienten kann keine genaue Diagnose gestellt werden, was dazu führt, dass die Schmerzen chronisch werden. Neben psychischen Belastungen gibt es jedoch auch physische Ursachen, die häufig übersehen werden. Laut einem Fachartikel im Deutschen Ärzteblatt sind 85% bis 90% der Rückenschmerzen myofaszial bedingt.

Bild: Freepik

Ursache Faszienverklebung

Verklebte Faszienstrukturen sind eine häufige, aber oft nicht erkannte Ursache für Rückenschmerzen. 

Warum wird dies so selten richtig behandelt?

Während eines Fachvortrags zum Thema Faszien, den ich 2024 in einem großen Nürnberger Krankenhaus vor ca. 35 Therapeutinnen und Therapeuten hielt, fragte ich, wer schon einmal von Faszien gehört habe, und es meldeten sich alle. Bei der Frage, wer bereits an einer Fachfortbildung zum Thema Faszien teilgenommen habe, ging nur noch eine Hand nach oben. Und als ich fragte, ob jemand gezielt mit den Faszien arbeite, meldete sich niemand. Dies zeigt ein deutliches Defizit in der fachlichen Weiterbildung und Anwendung.

In meiner Praxis sind mir noch keine medizinischen Diagnoseberichte begegnet, die Faszien als mögliche Schmerzursache erwähnen. 

Das könnte daran liegen, dass unsere bekannten bildgebenden Verfahren verklebte Faszien nicht erkennen können. Es gibt jedoch spezielle Ultraschallverfahren, die geeignet sind, verklebte Faszien-Strukturen zu identifizieren. Diese werden aber scheinbar nur von wenigen Fachkräften angewendet.

Obwohl es zahlreiche wissenschaftlich anerkannte Studien und viele Kongresse zum Thema gibt, scheinen Faszien in der Fachwelt immer noch nicht vollständig angekommen zu sein. In meiner Faszien-Praxis berichten Patienten oft von chronischen Beschwerden, die seit Jahren bestehen und für die keine eindeutige Diagnose gestellt werden konnte. Neurologische oder orthopädische Ursachen liegen in diesen Fällen nicht vor.

Behandlungsmöglichkeiten

Verklebte und schmerzhafte Faszien-Strukturen sind manuell leicht zu ertasten und können mithilfe der richtigen Massagetechniken gut behandelt werden. Oft sind chronische Schmerzpatienten nach zwei bis drei Shifayo-Behandlungen dauerhaft beschwerdefrei. 

Faszien-Therapie in die eigene Praxis mit einzubeziehen lohnt sich, da der Bedarf groß ist und die Erfolge sehr gut sind!

Die ganzheitliche Faszien-Fachfortbildung (Shifayo), die ich anbiete, richtet sich sowohl an medizinische Therapeuten als auch an alternative Therapeuten. Diese Weiterbildung eröffnet neue Perspektiven und Behandlungsmöglichkeiten, die vielen Patienten helfen können.

Quellen

1. AOK Pressemitteilung 2021: https://www.aok.de/pp/bv/pm/gesundheitsatlas-rueckenschmerz/#c28114

2. RKI Pressemitteilung 2022: https://www.rki.de/DE/Content/Service/Presse/Pressemitteilungen/2022/07_2022.html

3. Deutsches Ärzteblatt: https://www.aerzteblatt.de/archiv/61058/Rueckenschmerzen-Der-groesste-Teil-ist-myofaszial-bedingt

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